Brainspotting

Die Augen als Tor zur Seele

2003 wurde Brainspotting, als traumatherapeutisches Verfahren, das mit Augenpositionen arbeitet, in Amerika von Dr. David Grand entdeckt, und bis heute weiterentwickelt. Yvonne Pouget hat die Entwicklung dieser faszinierenden Methode mit großem Interesse von Anfang an verfolgt, und die von David Grant lizensierte Ausbildung in Brainspotting.

Anfragen: info@yvonnepouget.de

Was ist Brainspotting:

Brainspotting als systematische Traumabehandlungs-Methode wurde von dem New Yorker Psychoanalytiker Dr. David Grand 2003 eher zufällig bei der Arbeit mit einer 16jährigen Eiskunstläuferin entdeckt. Er arbeitete damals mit ihr mit dem von ihm entwickelten „Natural Flow EMDR“, d.h. er „scannte“ sehr langsam ihr Gesichtsfeld, während sie sich in Zeitlupe das regelmäßige Scheitern des „tripple loop“ auf der Eisbahn vorstellte. An einem bestimmten Blick-Orientierungspunkt, den er später „Brainspot“ nannte, begannen ihre Augen „einzufrieren“ und zu flattern. Während er mit der Armbewegung genau an diesem Punkt innehielt, entlud sich eine Sturzflut von traumatischem Material. Es wurden auch Themen reaktualisiert, von denen er – nach regelmäßigen 90-Minuten-Sitzungen über ein Jahr lang – geglaubt hatte, sie bereits durchgearbeitet zu haben. Das traumatische Material schien aber nun auf einer tieferen Ebene neu verarbeitet zu werden. Er systematisierte diese Beobachtungen und regte seine Kollegen an, auf entsprechende Phänomene zu achten. Die Entwicklung des Brainspotting bis hin zu seiner heutigen Form nahm ihren Anfang.

Als Brainspot (Brain = Gehirn, spotting = erspähen, erblicken) wird dementsprechend die über das Gesichtsfeld auffindbare relevante Blickorientierung bezeichnet, die angesichts der Aktivierung belastender Lebenserfahrungen mit der stärksten Körper-Reaktion des Klienten ein-hergeht und dementsprechend auf die Aktivierung stress- und trauma-assoziierter Hirnprozesse schließen lässt. Im Sinne einer Aufmerksam-keitsverschiebung unterstützt die fokussierte Augenposition den inneren Dialog und somit auch den Abruf belastungsrelevanter Gedächtnisinhalte (traumaassoziierte Netzwerke und Reaktionsmuster). Der methodische Einsatz des Visualsystems (Blickrichtung, Fokus, Aufmerksamkeitsverschiebung nach innen) unterstützen im kontrollierten Rahmen der besonderen therapeutischen Beziehung Stress- bzw. Traumaverarbeitung und somit den Ausbau der Regulationsfähigkeit des Menschen.

Der Brainspot wird durch „Scannen“ des Gesichtsfeldes ermittelt, dabei können spontan Körperempfindungen, Bilder, Gefühle oder Erinnerungen auftauchen. Während dieser Aktivierung kann es zu unterschiedlichen unwillkürlichen Reaktionsmustern („Reflexen“), wie z.B. Blinzeln, Zuckungen der Augen, Flattern, Starren, Schlucken, Gähnen, Stirnrunzeln, Schnauben, Lippenlecken oder auch Körper-Zuckungen kommen.
Die „fokussierte Aktivierung“, d.h. die Fixierung der Augenposition auf den durch den Zeigestab (Pointer) repräsentierten Brainspot erlaubt einen intensiven „Selbstdialog“ im geschützten und Sicherheit spendenden therapeutischen Kontext. Verarbeitungsprozesse, die der Integration belastender Erfahrungen und dem Aufbau von Regulationskompetenz dienen, können sich entfalten.

Im Bereich Sportpsychologie ist Brainspotting sehr gut zur Überwindung von Trainings- und Leistungsblockenden und zur Leistungsoptimierung anwendbar. Im kreativen Bereich als wunderbares Werkzeug für Tänzer, Sänger und Schauspieler zu Entfaltung des künstlerischen Potentials.

Wärend ihrer gesamten künstlerischen Karriere als Choreographin und Solotänzerin hat Pouget sich intensiv mit Augenpositionen beschäftigt, und mit Augenbewegungen in ihren Solochoreographien experimentiert, und dabei die faszinierende Erfahrung genutzt, das die Positionen der Augen und sie Blickrichtung das Körperempfinden und die emotionalen Zustände stark beeinflussen. Mit zeitlupenhaften Bewegungssequenzen unter Integration des Nervensystems mit kinästhetisch feinstofflichsten Augenbewegungen und Abfolge von Augenpositionen hat Pouget Choreographien entwickelt, mit der es ihr in ihren Musiktanztheaterinszenierungen gelungen ist, sehr intime tiefe seelische Inhalte und innere Gefühlszustände sehr berührend fühlbar in den Zuschauerraum, in jeden einzelnen Zuschauer zu übertragen.

“2008 hatte ich das grosse Glück in München den Proben von „Hoch Oben Weites Blau“ – ein Tanztheater über komplexe Traumafolgestörungen der Choreographin und Tänzerin Yvonne Pouget beizuwohnen und somit auch die Möglichkeit „ hinter den Kulissen“ die ausserordentliche Proffesionalität und die nahezu unglaubliche Ausdruckskraft von Yvonne Pouget zu bewundern.
Dies wurde nur durch die Aufführungen selbst im Theater i-camp übertroffen, in denen Yvonne Pouget und ihre Mitarbeiter es geschafft haben, Abend für Abend nicht nur ihr Publikum in den Bann zu ziehen, sondern in jedem – und ich glaube, ich kann wirklich sagen – in jedem Zuschauer etwas tiefgründig zu berühren.
Sowohl in der Oper, als auch im Theater habe ich oft und oft „Standing ovations“ erlebt – noch nie zuvor hatte ich aber ein ganzes Theaterpublikum stehend und klatschend weinen sehen.
Nicht aus Traurigkeit. Ergriffen, berührt.
Ich habe nicht nur der Premiere, sondern allen Vorstellungen beigewohnt und mich jeden Abend auf’s Neue bewundernd fesseln lassen, von dem tiefgehenden Ausdruck, fesseln lassen, von der „ungeschminkten Ehrlichkeit“ und fesseln lassen, von der aussergewöhnlichen Fähigkeit, ohne in Pathos abzuschweifen, ohne Anekdoten, persönliche Emotionen in universelle umzuwandeln.
Yvonne Pougets Tantztheater ist nicht einfach.
Nicht hausgemacht und leicht verdaulich und man braucht Zeit, die Tragweite wirklich zu begreifen.
Selbstverständlich reiste ich für die Aufführungen von „Identità“, München 2009, Pouget mit Hélène Yousse und Pino De Vittorio, wieder an, glaubend zu wissen, was mich erwartete. – Weit davon entfernt.
Proffesionalität, Ausdruckskraft und Emotionen waren noch reifer geworden, als in „Hoch Oben Weites Blau“.
Noch beeindruckender.
In „ballettanz“ 06.2008, eines von den führenden Magazinen für Tanz in Europa, hatte Yvonne Pouget für „Hoch Oben Weites Blau“ eine farbige Doppelseite, während Pina Bausch eine Seite zuvor nur einen kleinen Artikel hatte.
In der Tanz- und Theaterwelt zu den hochkarätigen „Musts“ zu zählen, hat Yvonne Pouget dennoch nicht dazu verleitet, sich selbst zu kopieren.
Mit „Identità“ hat sie es geschafft, das Publikum nicht nur zu ergreifen und in den Bann zu ziehen, sondern es in ihre Welt eintauchen zu lassen und allen Anwesenden zudem eine Bilderwelt voll Poesie, Hoffnung und Zärtlichkeit zu schenken.
In der Kunst, wenn wir von wahrer Kunst sprechen, ganz gleich ob Litteratur, Tanz, Musik oder bildender Kunst, nicht „sollte“, sondern muss der Anspruch unabdinglich hoch sein.
Wenn ich in eine Kunstausstellung, wie in die Oper gehe, erwarte ich weit mehr, als nur meine Neugierde zu befriedigen oder einen sozialen Akt zu absolvieren.
Ich brauchte etwas Zeit, um das Phänomen der Tänzerin und Choreographin Yvonne Pouget zu verstehen.
Sie schafft mit ihrer Kunst etwas, was ich in nun mehr als 20 Jahren professionellem Leben im Kunstsektor sehr, sehr selten erleben durfte: Der Zuschauer, der Betrachter geht in den Saal und nach der Aufführung, wenn er den Saal verlässt, ist er nicht mehr der Selbe.”
Johannes Zacherl, Bildender Künstler, Gaüses (Girona) Spain,2011

 

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