Brainspotting

Die Augen als Tor zur Seele, oder auf einen Punkt stieren als Traumatherapie?

In ihrer künstlerischen Karriere als Choreographin und Solotänzerin hat Pouget sich in ihren Musiktanztheaterinszenierungen intensiv mit Augenpositionen beschäftigt, und damit über 28 Jahre in ihren Solochoreographien experimentiert, und dabei die faszinierende Erfahrung genutzt, das die Blickrichtung das Körperempfinden und die emotionalen Zustände stark beeinflusst. Durch die Abfolge von Augenpositionen in Kombination mit zeitlupenhaften Bewegungssequenzen sind so unter Integration des Nervensystems Choreographien entstanden, mit der es der Künstlerin und ihrem Team gelungen ist, sehr intime tiefe seelische Inhalte und innere Gefühlszustände sehr berührend fühlbar in den Zuschauerraum, in den einzelnen Zuschauer zu übertragen.

2003 wurde Brainspotting, als traumatherapeutisches Verfahren, das mit Augenpositionen arbeitet in Amerika von Dr. David Grand entdeckt, und bis heute weiterentwickelt.
Yvonne Pouget hat die Entwicklung dieser faszinierenden Methode mit großem Interesse verfolgt und heutzutage eine anerkannte Ausbildung in Brainspotting. Ihr Ausbildungsinstitut Brainspotting Germany ist die offizielle Deutsche Vertretung der Brainspottingmethode und das einzige Institut, das in Deutschland von David Grant lizensiert und anerkannt ausbildet.

Infos und Anfragen für Brainspotting Sitzungen mit Yvonne Pouget:
089-44371425
info@yvonnepouget

Was ist Brainspotting:

Brainspotting als systematische Traumabehandlungs-Methode wurde von dem New Yorker Psychoanalytiker Dr. David Grand 2003 eher zufällig bei der Arbeit mit einer 16jährigen Eiskunstläuferin entdeckt. Er arbeitete damals mit ihr mit dem von ihm entwickelten „Natural Flow EMDR“, d.h. er „scannte“ sehr langsam ihr Gesichtsfeld, während sie sich in Zeitlupe das regelmäßige Scheitern des „tripple loop“ auf der Eisbahn vorstellte. An einem bestimmten Blick-Orientierungspunkt, den er später „Brainspot“ nannte, begannen ihre Augen „einzufrieren“ und zu flattern. Während er mit der Armbewegung genau an diesem Punkt innehielt, entlud sich eine Sturzflut von traumatischem Material. Es wurden auch Themen reaktualisiert, von denen er – nach regelmäßigen 90-Minuten-Sitzungen über ein Jahr lang – geglaubt hatte, sie bereits durchgearbeitet zu haben. Das traumatische Material schien aber nun auf einer tieferen Ebene neu verarbeitet zu werden. Er systematisierte diese Beobachtungen und regte seine Kollegen an, auf entsprechende Phänomene zu achten. Die Entwicklung des Brainspotting bis hin zu seiner heutigen Form nahm ihren Anfang.

Als Brainspot (Brain = Gehirn, spotting = erspähen, erblicken) wird dementsprechend die über das Gesichtsfeld auffindbare relevante Blickorientierung bezeichnet, die angesichts der Aktivierung belastender Lebenserfahrungen mit der stärksten Körper-Reaktion des Klienten ein-hergeht und dementsprechend auf die Aktivierung stress- und trauma-assoziierter Hirnprozesse schließen lässt. Im Sinne einer Aufmerksam-keitsverschiebung unterstützt die fokussierte Augenposition den inneren Dialog und somit auch den Abruf belastungsrelevanter Gedächtnisinhalte (traumaassoziierte Netzwerke und Reaktionsmuster). Der methodische Einsatz des Visualsystems (Blickrichtung, Fokus, Aufmerksamkeitsverschiebung nach innen) unterstützen im kontrollierten Rahmen der besonderen therapeutischen Beziehung Stress- bzw. Traumaverarbeitung und somit den Ausbau der Regulationsfähigkeit des Menschen.

Der Brainspot wird durch „Scannen“ des Gesichtsfeldes ermittelt, dabei können spontan Körperempfindungen, Bilder, Gefühle oder Erinnerungen auftauchen. Während dieser Aktivierung kann es zu unterschiedlichen unwillkürlichen Reaktionsmustern („Reflexen“), wie z.B. Blinzeln, Zuckungen der Augen, Flattern, Starren, Schlucken, Gähnen, Stirnrunzeln, Schnauben, Lippenlecken oder auch Körper-Zuckungen kommen.
Die „fokussierte Aktivierung“, d.h. die Fixierung der Augenposition auf den durch den Zeigestab (Pointer) repräsentierten Brainspot erlaubt einen intensiven „Selbstdialog“ im geschützten und Sicherheit spendenden therapeutischen Kontext. Verarbeitungsprozesse, die der Integration belastender Erfahrungen und dem Aufbau von Regulationskompetenz dienen, können sich entfalten.

Im Bereich Sportpsychologie ist Brainspotting sehr gut zur Überwindung von Trainings- und Leistungsblockenden und zur Leistungsoptimierung anwendbar. Im kreativen Bereich als wunderbares Werkzeug für Tänzer, Sänger und Schauspieler zu Entfaltung des künstlerischen Potentials.

 

< Top